
Ein neues Garagentor ist oft mechanisch top, aber softwareseitig eine Insellösung mit eigener Fernbedienung. In meinem neuen Video zeige ich euch, wie ihr ein Standard-Sektionaltor (in meinem Fall von Teckentrup) so in Busch-free@home integriert, dass es sich wie eine native Komponente anfühlt.
Hier sind die entscheidenden Schritte und Konzepte für euer Projekt:
1. Das Konzept des „Regelkreises“ (Closed Loop)
Das ist der wichtigste Punkt für ein zuverlässiges Smart Home. Viele Systeme senden nur einen Befehl ab und hoffen, dass er ausgeführt wurde (Open Loop).
Aktion: Über einen Schaltimpuls wird das Tor geöffnet oder geschlossen.
Reaktion (Feedback): Über einen Sensor wird gemessen, ob das Tor wirklich zu ist. Erst wenn Aktion und Reaktion im System verknüpft sind, habt ihr einen sicheren Zustand – und bekommt keine Panik mehr, ob das Tor nachts versehentlich offen geblieben ist.
2. Die Hardware: Potentialfreie Kontakte sind der Schlüssel
Die meisten Garagentorantriebe haben Eingänge für externe Taster. Um diese smart zu nutzen, braucht ihr einen potentialfreien Schaltaktor.
Meine Lösung: Ich nutze einen 4-fach Schaltaktor (REG) in einem Aufputzgehäuse in der Garage.
Wichtiger Unterschied: Während normale Unterputzaktoren oft direkt 230V ausgeben (um eine Lampe zu schalten), schließen potentialfreie Aktoren lediglich einen Kontakt – genau das, was die Torsteuerung als Impuls benötigt.
Konfiguration: In der free@home App stellt ihr den Kanal auf „Taster“ und wählt eine kurze Impulsdauer (z.B. 1 Sekunde).
3. Den Zustand erfassen: Binäreingänge nutzen
Damit die App weiß, ob das Tor offen oder zu ist, brauchen wir eine Rückmeldung.
Variante A (Einfach): Ein Wireless Fensterkontakt am Tor.
Variante B (Profi): Eine Zubehörplatine des Torherstellers, die ein Relais schaltet, wenn das Tor geschlossen ist. Dieses Signal greifen wir mit einem Binäreingang ab.
App-Einstellung: Der Binäreingang wird als „Fensterkontakt“ konfiguriert. So erscheint das Tor mit dem korrekten Status direkt in eurem Dashboard.
4. Steuerung im ganzen Haus
Sobald das Tor im System ist, sind die Möglichkeiten grenzenlos:
RoomTouch Panel: Eine Kachel im Flur zeigt den Status und erlaubt das Öffnen per Fingertipp.
Wandtaster: Die freie Wippe am Garagenausgang wird einfach mit dem Tor-Aktor verknüpft.
Status-LED: Ihr könnt sogar eine RGB-Leuchte im Haus so programmieren, dass sie rot leuchtet, wenn das Garagentor noch offen steht.
5. Vorsicht vor „Smart-Label“-Fallen
Viele Hersteller verkaufen Zubehör wie LED-Leisten mit eigenen Fernbedienungen als „smart“. Das Problem: Diese lassen sich oft kaum in eine zentrale Steuerung wie free@home integrieren. Mein Rat: Achtet darauf, dass Netzteile dimmbar sind oder Steuerungen über Standard-Kontakte verfügen, damit ihr nicht für jedes Gerät eine eigene App braucht.
Die detaillierte Verkabelung und wie ich das Ganze in der App Schritt für Schritt eingerichtet habe, seht ihr hier im Video:
Zum Video: Garagentor smart machen mit free@home
Sicherheitshinweis: Arbeiten an 230V sind lebensgefährlich. Bitte lasst die Installation der Aktoren immer von einem Fachbetrieb durchführen!